Die Geschichte der Marienkapelle

Die Kapelle in der Schimmergasse 1 in Baden hat ihren Ursprung im sogenannten "Marienspital", das 1811 von der "Hohen Gesellschaft adeliger Frauen zur Förderung des Guten und Nützlichen" in Wien gegründet wurde. Den Baugrund dafür schenkte der Patronatsherr von St. Helena, Baron Doblhoff-Dier, und im Jahre 1813 wurde das Spital für die "kranken Armen ohne Unterschied der Nation und Religion" in Baden eröffnet.

Marienspital - alte Postkarte1860 berief die Gründergesellschaft die Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vincenz von Paul hierher, und 1861 wurde eine Kapelle für Schwestern und Patienten eingerichtet, die bald allen Gläubigen offen stand.

Schon früh bestand der Plan, in der Gemeinde Weikersdorf eine eigene Kirche zu bauen, wofür 1889 ein Kirchenbauverein gegründet wurde. Durch die Zusammenlegung der beiden Gemeinden Baden und Weikersdorf im Jahre 1912 kam es aber nicht zum Kirchenbau; das Marienspital gehörte zur Pfarre St. Stephan. 1934 beschloss der Kirchenbauverein, die vorhandenen Mittel für eine Erweiterung der Kapelle des Marienspitals zu verwenden, die damals, 1936, ihren heutigen Umfang erhielt. Nach einer Zweckentfremdung in der nationalsozialistischen Zeit konnten die Schwestern schon ab Mai 1945 das Haus wiederum als Seniorenheim und Kindergarten führen.

1950 wurde in der Kapelle das Altarbild restauriert, 1959 erfolgte eine Renovierung des gesamten Kirchenraumes. 1969 kam eine neue Orgel mit 9 Registern hinzu, die von der Guntramsdorfer Orgelbaufirma Walker hergestellt worden war. 1961 bis 1964 erfolgte ein großer Um- und Neubau des Marienheimes mit 60 Betten, einem neuen Schwesterntrakt und neuem Kindergartenteil. 1978 wurde die Marienkapelle der bereits 1957 neu geschaffenen Pfarre St. Christoph zugeordnet.

Logo "Casa - Leben im Alter"Nach und nach wurde es für den Orden der Barmherzigen Schwestern immer schwieriger, die gestellten Aufgaben zu erfüllen. 2004 wurde das Haus von der Organisation "Casa – Leben im Alter" übernommen, einer Initiative der Caritas der Erzdiözese Wien und der Stiftung Liebenau. Um den modernen Anforderungen zu entsprechen, schritt man 2008 zu einem Neubau der gesamten Anlage, die vom Badener Architekten Christoph Lindner geplant und bis 2010 ausgeführt wurde. Lediglich der Kapellentrakt blieb im ursprünglichen Zustand mit der alten Verglasung erhalten. Der Altarraum und das Kircheninnere wurden im Zuge des Neubaus renoviert.